 Wolfgang Paris schreibt fĂĽr die Roadsterfreunde Austria brandaktuelle, spaĂźige, und
interessante Berichte zum Thema "Roadster und Cabrio". Viel Vergnügen mit den geschmackvoll
inszinierten Geschichten von Wolfgang Paris!
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E=mx5 oder quer ist gar nicht schwer
Text: © Wolfgang Paris
Die Relativitätstheorie bekommt durch ein kleines, aber feines Team der Drift Challenge eine neue Bedeutung, denn die anderen werden sich relativ schwer tun zu gewinnen, zumindest theoretisch.
Aber wer ist denn nun dieses kleine Team? (Größe hat nichts mit Körperlänge zu tun, also verbeißt euch die Witze!)
Teamchef, Testfahrer, Rennleiter und -fahrer ist Mario „Super Mario“ „kanakannsbetter“ Kranabetter, Konstrukteur, Chefmechaniker, Technikchef und Boxenluder ist Roman „Honda“ Hohneder. Dabei sind die beiden keineswegs schizophren, sondern bloß zwei junge, engagierte Motorsportenthusiasten, die im letzten Jahr zu viel Fahrtwind am Wachauring schnupperten, dass die somit quergelüfteten Gehirnwindungen ab dato nach mehr gierten.
Über den Asphalt wird ein kleiner blauer Mazda MX5 geprügelt, in die Kurven geschmissen und durch diese bis zum bitteren (Kurven)-Ende durchgeschliffen. Doch warum muss gerade diese kleine Kirschblüte herhalten? Da Super-Mario in seiner Vorrennzeit Erfahrungen auf dem Wachauring im Quertreiben an einem Audi 80 mit FRONTANTRIEB!!! und einem Coupe Quattro derselben Marke (bereits durch obligatorische 5 Zylinder befeuert) sammelte, wechselte er nach dem Delikt „Tötung auf besonders grausame Weise“ auf seinen geliebten Sommerschatz: einen sommerhimmelblauen Miata (MX5 auf japanisch) mit Heckantrieb (eh klar, nachdem es sich um eine Reminiszenz an die kleinen offenen Roadster der 60er, vor allem aus Großbritannien handelt). Nachdem er mit diesem perfekt harmonierte, befand er, dass er sein Babe wohl kaum zerreitn würde, also musste dementsprechend Adäquates ins Haus. Und was liegt wohl näher als ein bau- und farbgleicher MX5. Der Protagonist dieser Geschichte ist ja doch Mostviertler und da gilt ja der Spruch: „Was der Bauer ned kennt, des frisst er ned!“
So begann der Aufbau einer Rennsau von Grundauf an, also ĂśberrollbĂĽgel bestellt, Pickerl aufgeklebt und Rennreifen aufgezogen. Punkt.

Das Ergebnis nach dem ersten Rennen kann sich sehen lassen:
Den BMWs wurde der Hintern versohlt und mit dem Drift Mx-5 der Klassensieg eingefahren!!! (Da Mario in seinem Brot- und Butterberuf ein noch dazu verdammt guter Grafiker ist, verbindet er mit M3 sowieso nur Klebeetiketten! – Und die hat er schließlich auf seinen MX5 aufgebracht.)
Mit 15,7 Punkten im letzten Wertungslauf konnten sie sich den Sieg in der Klasse S1 sichern. Dies bringt 6 Punkte in der DCA-Trophy und 16 Punkte in der Staatsmeisterschaft, wo sie derzeit auf Platz 5 liegen.
Vor dem nächsten Rennen am 19./20.06.2010 im ÖAMTC-Fahrtechnikzentrum Mail-Mölbling (bei St. Veit/Glan) gibt’s hier einen persönlichen Review der bereits zu Legenden avancierten Truppe. An der Feder somit kein geringerer als Super Mario himself:
„Am ersten Tag stand 6x Training am Programm und am späten Nachmittag dann das Qualifiying.
Da wir zum ersten Mal einen Staatsmeisterschaftslauf bestritten, wollten wir nichts falsch machen und sind etwas überpünktlich bei der Administrativen Abnahme erschienen. Aus diesem Grund konnten wir im Servicebereich einen super Platz gleich neben dem amtierenden Staatsmeister Hannes Danzinger ergattern. Der Kontrast konnte nicht höher sein. Während der Servicebereich des Staatsmeisters von blonden Boxenludern gesäumt, mit einem Luxuswohnmobil bestückt und eiligen Mechanikern betummelt worden ist, spannten wir eine flüssigkeitsundurchlässige Plane – streng nach Reglement – und stellten da ganz unspektakulär unseren Drift Mx-5 drauf. Während die Danzinger Crew gemütlich ihr Mittagessen frisch vom Gasgriller genoss, schlangen wir im Auto selber mitgebrachte Wurschtsemmln und versuchten die trockene Angelegenheit mit stylischem RedBull Cola etwas zu benetzen.
Draußen brauchten wir allerdings nichts zu benetzen, denn strömender Regen und eiskalte Temperaturen dominierten dieses Maiwochenende. Während die Staatsmeistercrew im überdachten und beheizten Motorhome die Servicearbeiten am Renn-M3 und am gleichwertigen Reservewagen durchführten, waren wir für Reifenwechsel und dergleichen dem strömenden Regen und der klirrenden Kälte ausgesetzt – auch cool *g*
Bei den Trainingsläufen haben wir einiges probiert. Verschiedene Reifen, und Reifendrücke, verschiedene Fahrstile – welche Kurve mit welchem Gang fahren, bzw. wo schalten usw.
Pünktlichst zum Qualifiying um 17:00 Uhr hatten wir unsere Kür zusammengestellt – jetzt ging es nur noch darum diese auf der Strecke umzusetzen. Eine Chance. Nicht mehr und nicht weniger. Und wir haben Sie eiskalt genutzt. Mir gelang meine beste Runde des Tages, genau in der Wertung. Fazit: 15. Startplatz. Für einen Rookie absolut unpackbar gut. Wir standen mit unserem kleinen Mx-5 in der Startaufstellung zwischen Kalibern wie z.B. Nissan Skyline R33 GTST. Roman, mein Mechaniker, meinte nur: “Jetzt kennens uns …“
Am nächsten Tag standen dann 2 Warmup Läufe ohne Wertung am Programm und 3 Wertungsläufe – wobei der beste der 3 zählt.
Im Warmup war die Welt noch in Ordnung, als ich aber beim ersten Wertungslauf in Corner 1 einbog geschah das Unfassbare – ich verlor das Auto in der ersten Kurve, ach wie peinlich!!! Dieser Wertungslauf war Geschichte…
Zweieinhalb Stunden später folgte Wertungslauf zwei. Fest entschlossen meine Sache besser zu machen durchdriftete ich Corner 1 in nie gekannter Perfektion um sogleich in Sektor 2 das Auto in den Leitschienen zu versenken. Wertungslauf 2 war Geschichte, genauso wie meine Stossstange …
Wiederum zweieinhalb Stunden, und einiges an Arbeit im strömenden Regen am demolierten Drift Mx-5, später startete ich in Wertungslauf drei. Diesmal haben die Nerven gehalten und ich knallte mit 15,7 Punkten meine persönlich beste Runde des gesamten Wochenendes auf den saalfeldschen Asphalt. Sieg in meiner Klasse (S1) und Platz 5 in der Meisterschaftswertung der Serienfahrzeuge.
Und eines sollte man sich auf der Zunge zergehen lassen: die 4 Fahrzeuge vor mir sind alle samt M3s, dann komm gleich ich mit meinem 1600er Mx-5 mit 116 PS. Auf den Plätzen hinter mir finden sich Sportwägen vom Kaliber eines Porsches 911, Subaru Impreza, Mitsubishi EVO 8 und natürlich auch die 325er Armada. Ja, die wissen jetzt wer ich bin …“
… ohne Worte und bis bald bei Buenos Aires!
Wolfgang Paris Juni 2010
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